Erarbeitung eines Verkehrskonzepts
Die Stadt Burgkunstadt möchte die Attraktivität ihres Stadtgebiets langfristig steigern und die verkehrliche Situation aufwerten. Unter anderem zu diesem Zweck wurde mit Hilfe der Städtebauförderung bereits vor über zehn Jahren ein Stadtsanierungsprozess angestoßen und teilweise umgesetzt. So wurden u. a. im integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) der Stadt verkehrliche Ziele und Handlungsfelder definiert. Aufbauend darauf sowie auf den Ergebnissen des städtischen Beteiligungsformats „ProjektTreff“ erfolgte im Laufe des Jahres 2025 die Erarbeitung eines Verkehrskonzepts durch HOFFMANN-LEICHTER, dessen Untersuchungsgebiet im Wesentlichen die Kernstadt sowie Teile des Stadtteils Weidnitz umfasst.

Den Auftakt für die Bearbeitung bildete eine umfangreiche Bestandsaufnahme vor Ort. Diese umfasste die Erfassung der vorhandenen Infrastruktur des motorisierten Individualverkehrs, des Fuß- und Radverkehrs sowie des ÖPNV. Eine besondere Aufmerksamkeit wurde dabei den bereits im ISEK definierten Schwerpunkten Kulmbacher Straße und Städelgasse zuteil, die durch einen engen Straßenraum und daraus resultierenden Nutzungskonflikten zwischen den Verkehrsarten geprägt sind. In der Kirchleiner Straße stand mit dem dortigen Schulstandort naturgemäß der Schülerverkehr im Fokus, wobei insbesondere die Verkehrsorganisation im Eingangsbereich mit den dortigen Haltestellen und Warteplätzen für Schulbusse betrachtet wurde. Zudem lag ein besonderes Augenmerk auf der verkehrlichen und organisatorischen Situation im Bahnhofsumfeld, speziell den dortigen Bushaltestellen, Abstellanlagen für Pkw und Fahrräder sowie den allgemeinen Umsteigebedingungen von und zum SPNV.
Auf Grundlage der dabei gewonnenen Erkenntnisse erfolgte anschließend die Ausarbeitung passgenauer Maßnahmen. Für die Schwerpunkte Kulmbacher Straße und Städelgasse wurden verschiedene Vorschläge zur Straßenraumgestaltung und Verkehrsorganisation entwickelt, bei denen die Stärkung des Fuß- und Radverkehrs im Vordergrund stand. Deren Spektrum reicht von kostengünstigen und schnell umsetzbaren Maßnahmen wie Markierungen und Beschilderungen bis hin zur dauerhaften baulichen Umgestaltung der Straßenräume. Somit ist eine schrittweise Umsetzung je nach Bedarf und finanzieller Leistungsfähigkeit der Stadt möglich und zwischenzeitlich kann eine Wirkungskontrolle erfolgen. Für den Schulstandort in der Kirchleiner Straße entwickelt das Verkehrskonzept Möglichkeiten zur Verlagerung der Bushaltestelle und zur Schaffung einer Hol- und Bringzone. Für die Situation im Bahnhofsumfeld wurden Vorschläge zur Flächenaufteilung und Neuausrichtung von Haltestellen vorgelegt und perspektivisch die Schaffung eines Busbahnhofs angeregt. Diese Themen sollen zeitnah im Zuge eines städtebaulichen Wettbewerbs weiter vertieft werden. Neben den Lösungsansätzen für die Schwerpunktbereiche erfolgte außerdem die Erarbeitung weiterer Maßnahmen zur Stärkung des Fuß- und Radverkehrs im gesamten Untersuchungsgebiet.

Parallel zur Bearbeitung des Verkehrskonzepts fanden Vorstellungen der Zwischenergebnisse in Terminen des regelmäßig stattfindenden städtischen Beteiligungsformats „ProjektTreff“ statt. Dabei konnte die Öffentlichkeit über den Projektfortschritt informiert und gleichzeitig in die Konzepterstellung eingebunden werden.
Im Ergebnis stellt das Verkehrskonzept einen praktischen Handlungsleitfaden dar, anhand dessen die Stadtverwaltung Burgkunstadt die verkehrliche Situation im Stadtgebiet und insbesondere im Bereich der Kernstadt und in Teilen des Stadtgebiets Weidnitz Schritt für Schritt verbessern kann.
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